Druckgasbehälter

Ein Flaschenbündel ist die optimale Lösung, wenn der Gasbedarf die Kapazität eines einzelnen 50-Liter-Druckgasbehälters übersteigt, aber noch nicht so groß ist, dass eine Versorgung mit tiefkaltverflüssigtem Gas in einem Tank mit Verdampferanlage benötigt wird.

Ein Flaschenbündel ist immer dann sinnvoll, wenn der Bedarf zwischen einem 50 L Druckgasbehälter und einem kleinen Tank mit tiefkalt verflüssigtem Gas/Verdampferanlage liegt.

Es handelt sich um eine fest montierte und verrohrte Konstruktion, die das gleichzeitige Befüllen und Entleeren aller enthaltenen Druckgasflaschen ermöglicht.

Für den Transport sind Staplerschuhe und Haken zum Kranen vorgesehen. Standardmäßig enthalten diese Gasflaschenbündel 12 Flaschen zu je 50 Litern des gewünschten medizinischen Gases.

Das Nennvolumen (geometrisches Volumen) des Druckgasbehälters ist auf der Flaschenschulter eingeprägt.

Beispiel: eine 10 Liter Flasche Sauerstoff (10 Liter = 10 dm³ = 0,01 m³), die mit 200 bar gefüllt ist, beinhaltet ca. 2.000 Liter entnehmbares Gasvolumen (10 Liter x 200 bar = 2.000 Liter).
Die Berechnung folgt dem idealem Gasgesetz und ist eine grobe Circa-Angabe. 

Basierend auf unserer Erfahrung und Expertise unterstützen wir Sie beim Erfüllen der gesetzlichen Vorgaben, zum Beispiel der Pflicht zur Unterweisung der Beschäftigten über den sicheren Umgang mit Gasflaschen.

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Gerne beraten wir Sie persönlich!

Um die Reichweite einer Gasflasche in Minuten pro Anwendung zu berechnen, nutzen Sie folgende Formel: 

  1. Volumen des Gaszylinders x Druck in bar = entnehmbare Menge in Litern
  2. Entnehmbare Liter : eingestellte Durchflussmenge (Liter/Minute) = verbleibende Anwendungszeit in Minuten
Druck
(bar)
  Volumen
(Liter)
  entnehmbare
Menge (L)
  Durchfluss-
menge
(L/min)
  Anwendungs-
zeit (Minuten)
150 x 5 = 750 :    9 = 83,3 min (1h : 23 min)

Diese Berechnung ist nur eine Näherung! Sie folgt dem idealen Gasgesetz und Realgasfaktoren werden nicht berücksichtigt. Sie gibt einen sehr groben Überblick zur verbleibenden Restlaufzeit.

Beispiel Oyan 5 L

Der maximale Fülldruck einer Gasflasche ist auf der Flaschenschulter eingeprägt. Der Druck in einer Gasflasche ist abhängig von Material und Größe der verwendeten Flasche sowie vom darin enthaltenen Gas oder Gasgemisch und kann bis zu 300 bar Nenndruck betragen.

Verfügbare Gebinde bei Air Liquide Austria: Das Sortiment umfasst sowohl herkömmliche Gasflaschen als auch moderne, sofort einsatzfähige Komplettsysteme mit integriertem Druckminderer.

Hierzu zählen unter anderem:

Beispiele für unterschiedliche Druckverhältnisse:

Sauerstoff medizinisch: Sowohl in Standardflaschen als auch in Systemen mit integriertem Druckminderer beträgt der Fülldruck in der Regel 200 bar.
Distickstoffmonoxid medizinisch (Lachgas): Hier liegt der maximale Druck bei lediglich 50,8 bar. Der Grund dafür ist die physikalische Eigenschaft als reales Gas, das bei diesem Druck das Gas bereits teilverflüssigt in der Flasche vorliegt.

Detaillierte technische Spezifikationen und Sicherheitshinweise zu allen Produkten können den jeweiligen Datenblättern entnommen werden. Diese stehen im Kundenportal sowie auf der offiziellen Website von Air Liquide Austria zum Download zur Verfügung.

Hier geht es zu den Produkt- & Sicherheitsdatenblättern

Die Faustregel zur Abschätzung des verfügbaren Gasvolumens (in Litern) aus einem Druckgasbehälter bei Normaldruck besagt:

Man multipliziert den aktuellen Druck (in bar) mit dem Nennvolumen der Flasche (in Litern).
Zum Beispiel ergibt eine 5-Liter-Sauerstoffflasche, die mit 200 bar gefüllt ist, ungefähr 1.000 Liter Gasvolumen bei atmosphärischem Druck (200 bar x 5 Liter = 1.000 Liter).
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese vereinfachte Berechnung nicht für teilverflüssigte Gase wie Distickstoffmonoxid N2O und Kohlendioxid CO2 gilt; bei diesen muss das Gewicht zur Mengenangabe herangezogen werden.

Da Lachgas als reales Gas teilverflüssigt in der Flasche vorliegt, kann der exakte Füllstand nur mithilfe einer Waage ermittelt werden. Für die betriebliche Planung eines Flaschenwechsels dient jedoch der Flaschendruck als nützliche Faustregel:
Ein Abfall des Drucks auf unter 50 bar zeigt an, dass nur noch etwa 12,5 % des ursprünglichen Inhalts verfügbar sind, was die kurzfristige Beschaffung einer Ersatzflasche erforderlich macht.

Um das Eindringen von Fremdstoffen (wie z. B. Feuchtigkeit) zu verhindern, dürfen Druckgasbehälter nicht vollständig entleert werden.

Zu diesem Zweck sind bei Air Liquide Austria alle Flaschen für medizinische Gase mit Restdruckventilen ausgestattet. Das gewährleistet, dass die Flaschen nicht vollständig entleert werden können, sondern immer ein Restdruck von 5 - 7 bar in der Flasche verbleibt. Dadurch wird das Eindringen von Fremdstoffen verhindert.